Über Guinea

Guinea liegt in Westafrika unterhalb der Sahelzone. Es besitzt ein Staatsgebiet von 246 000 km², 2/3 so groß wie Deutschland.  Es ist mit 11,2 Millionen Einwohnern vergleichbar dünn besiedelt, allein 2 Millionen Menschen wohnen in der Hauptstadt Conakry an der Atlantikküste. 1958 erlangte Guinea als erstes afrikanisches Land die Unabhängigkeit von der französischen Kolonialmacht und ist heute eine Präsidialrepublik. Die erste demokratische Präsidentenwahl 2010 gewann Alpha Condé.

Guinea besitzt reiche Bodenschätze, gute klimatische Bedingungen und fruchtbare Böden, abwechslungsreiche Landschaften und einen Hafen als Tor zur Welt. Bisher gelang es der politisch herrschenden Klasse jedoch nicht, das große wirtschaftliche Potenzial des Landes zu nutzen. Eine Industrie existiert praktisch nicht. Die Infrastruktur (Verkehrswege, Elektrizität, Wasserversorgung) ist in einem schlechten Zustand.  Die Landwirtschaft reicht kaum zur Eigenversorgung. Die Bevölkerung lebt in großer Armut. Im Entwicklungsindex der UN liegt Guinea auf dem 150.Platz von 162 Staaten.

In Guinea leben mehr als 20 Völker. Über 40% der Bevölkerung sind Fulbe, gefolgt von den Malinke (30%) und den Soussou (20%). Daraus resultiert eine hohe Mehrsprachigkeit, insgesamt an die 40 Sprachen . Offizielle Amtssprache ist französisch, was aber schätzungsweise nur von einem Drittel der Bevölkerung gesprochen wird.

Die Mehrheit der Bevölkerung gehört dem sunnitischen Islam an, nur ca. 20% sind Anhänger von christlichen Kirchen oder der ursprünglichen Naturreligionen: Eine Folge von Auseinandersetzungen mit arabischen oder anderen Völkern in den vergangenen Jahrhunderten.

Bildung in Guinea

Das Schulsystem des Landes ähnelt im Aufbau dem französischen. Auf eine 6-jährige Grundschule, l‘école élémentaire,  folgt nach Bestehen einer Aufnahmeprüfung das collège und weiter das Gymnasium und die Universität. Die einzigen beiden Hochschulen des Landes befinden sich in der Hauptstadt Conakry an der Küste und haben ungefähr 30 000 Studenten.

Der Besuch der Grundschule ist grundsätzlich kostenlos. Es herrscht Schulpflicht, doch nur etwa jedes zweite Kind besucht eine Grundschule, da es in vielen Orten gerade auf dem Land gar keine Schulen gibt. Die Zahl der Analphabeten ist zwar in den letzten Jahrzehnten gesunken liegt aber immer noch um die 60%. Die Staatsausgaben für Bildung liegen mit rund  1,7% des Bruttoinlandsprodukts (2010) unter dem Anteil in anderen afrikanischen Staaten. Vom knappen Budget der öffentlichen Hand etwa für die Gehälter der Lehrer kommt vor Ort nur wenig und oft auch nicht regelmäßig etwas an. Es fehlt an gut ausgebildeten Lehrern, besonders auf den Dörfern im Landesinnern. Es konnten Erfolge bei der Erhöhung der Schülerzahlen festgestellt werden, die jedoch teils auf Kosten der Qualität des Unterrichts gingen.  Korruption durchzieht auch das Bildungssystem, z.B. gibt es Untersuchungen wonach etwa 20% der Schulabschlüsse mit Schmiergeldzahlungen an Beamte zustande gekommen sind.

Vereinzelt gibt es private Schulen, die in der Regel einen guten Ruf besitzen, aber für viele Familien wegen des kaum erschwinglichen Schulgelds nicht in Frage kommen.

Bildung ist ein Menschenrecht. Die Fähigkeit Lesen, Schreiben und Rechnen zu können ist eine wichtige Grundlage für nachhaltige Entwicklung und ein Zusammenleben in Frieden und Wohlstand (Weltalphabetisierungstag der Vereinten Nationen vom 08.09.2014).

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